4. Tag
Nach dem Frühstück planten wir den heutigen Tag. Wir wollten den Vormittag gemeinsam verbringen und uns am Nachmittag splitten. Wir einigten uns, den Kontinent zu wechseln und fuhren mal schnell nach Asien. Mit einer Fähre ging's nach Üsküdar und dann zurück über die Bosporusbrücke.
In Üsküdar angekommen, wurden wir gleich von Schuheputzern "überfallen". Da unsere Schuhe ein Service wirklich schon notwendig hatten, ließen wir uns darauf ein. Obwohl ich 3x nach dem Preis fragte, bekam ich keine Antwort. Ich dachte jedoch, was kann das schon kosten! Schlußendlich wollten sie 20 Lira für jeden - Schuh!!! Nach einer Diskussion zahlten wir 20 TL pro Person und gingen einfach weiter. Nachgelaufen sind sie uns nicht. Im Hof der Moschee, die wir uns danach anschauten, hätte es 4 TL gekostet. So haben wir halt die Putzer, die beide 2 Kinder haben, unterstützt und die Arbeit war wirklich ordentlich. Und eine Spezialpaste war's ja auch ;-)
Nach dem Moscheebesuch wollten wir mit einem Bus zurück über die Bosporusbrücke aber es fuhr kein öffentlicher Bus. Also nahmen wir ein Taxi. Erst der sechste Fahrer konnte Englisch und somit durfte er uns kutschieren. Der war echt nett und verlangte statt den vereinbarten 30 TL nur 17 laut Taxometer.
Nun waren wir in Ortaköy. Hier ist eine kleine barocke Moschee mit der Bosporusbrücke im Hintergrund. Das haben wir für eine Fotosession genutzt. Nach dem Moscheebesuch fand Herlind ein Restaurant mit toller Dachterasse. Das Essen war fein und die Sonne lachte uns ins Gesicht. Danach trennten wir uns. Helga und Klaus gingen zu einer Aufführung der Militärkapelle und zum Panorama 1453 (360°-Bild der Eroberung Istanbuls).
Herlind und ich gingen zum Dolmabahce-Palast wo auch Atatürk gewohnt hat. Der Bau ist sehr feudal und prunkvoll, fast überladen und kitschig. Der Festsaal hat 2000 qm, 54 Säulen, 35m hoch und der Luster wiegt 4,5 Tonnen. Alles ein Wahnsinn.
Danach gingen wir noch auf den Galata-Turm. Von diesem hat man einen tollen Blick über die Stadt. Zuerst dachten wir, Istanbul bei Tag zu sehen, glaubten dann, den Sonnenuntergang genießen zu können und geworden ist es Istanbul bei Nacht, denn wir standen über eine Stunde beim Lift an. Der Ausblick entschädigte dafür!
Am Heimweg aßen wir in einem Fischlokal unter der Galatabrücke Köfte und geschmortes Hendl spicy.
edit Herlind: Unter der Brücke reiht sich ein Lokal an das andere und auch hier steht vor jedem Lokal jemand, der die Leute hineinlocken will. Wir sind gleich beim ersten geblieben, weil da so bequeme Couchbänke waren, toller Ausblick und das Essen auf der Karte sah auch gut aus.
Nachdem wir im Hotel Helga und Klaus bei ihrer weiteren Reiseplanung geholfen haben, die Sachen übernommen haben, die sie nicht mehr mitschleppen wollen und uns verabschiedet hatten (sie starten am Montag um 6 in der Früh), gingen wir noch in eine Bar ums Eck, um den "Pflicht-"Raki (Anisschnaps vergleichbar dem Ouzo der Griechen) zu verkosten. Als wir kamen, gingen gerade die letzten Gäste (1/2 12). Der Kellner meinte auf unsere Nachfrage, daß sie schon noch bis 12 offen hätten, wir aber auch noch länger bleiben könnten. So probierten wir auch noch 2 Gläschen Wein, wollten die Gastfreundschaft jedoch nicht überstrapazieren und machten uns um 1/4 1 auf den Heimweg.
Die Methermusik im Militärmuseum ist wirklich empfehlenswert und paßt sehr gut zu dem Panormabild, denn darauf kommt sie auch gut. Beides ist sehr beeindruckend.
AntwortenLöschenMan kann so ein bißchen nachfühlen, wie sich die Wiener wohl 1529 gefühlt haben.